„Es gibt keine Tyranneien, die nicht versuchen, die Kunst einzuschränken, weil sie die Macht der Kunst sehen. Kunst kann der Welt Dinge sagen, die sonst nicht geteilt werden können. Kunst vermittelt Gefühle.“

- Volodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine

Landscape

Menlibayeva,almagul%20 %20the%20observer%202010photo%20m%20hkaclinckx (c)image: M HKA
The Observer, 2010-2010
Photography , 96.5 x 127 x 5.5 cm
cibachrome

Die drei Bilder in den Leuchtkästen The Observer, Forever Umai und Tengri Boy (2010), sind Standbilder von Schlüsselmomenten aus dem Film Milk of Lambs (2010), der in Kasachstan geborenen Künstlerin Almagul Menlibayeva. In diesem Werk erkundet Menlibayeva den Wiederaufbau der nationalen Identität in Kasachstan nach dem Zerfall der Sowjetunion und bezieht sich dabei häufig auf religiöse oder mythologische Szenen und Konzepte, die ihren Ursprung in den schamanistischen Traditionen der kasachischen Nomaden haben. 
Eine junge Frau, die ihre Augen mit toten Füchsen bedeckt, stellt ein zeitgenössisches Porträt einer kasachischen Frau dar. Auf dem Bild Forever Umai sieht man die Göttin der Fruchtbarkeit und Jungfräulichkeit Umai mit einem Mann, der zu ihren Füßen liegt und ein Schaf umarmt. Es ist unklar, ob die beiden — das Schaf und der Mann — tot oder lebendig sind. Auf dem dritten Standbild, Tengri Boy, stellt die Künstlerin eine moderne Verkörperung des Schöpfergottes Tengri dar, der  die  Geste wiederholt, in der er ein Schaf hält — ein Symbol für den Schutz seiner eigenen Kultur. Auf den Bildern sind die Götter jung, wie das Volk nach der Wiedergeburt. 

Die Menschen bleiben standhaft im endlosen Land; es ist das Volk, das bestimmt, was das Zentrum der Welt, das Zentrum der Gesellschaft ist. 

Menlibayeva erforscht die Frage der nationalen Identität als eine gegenkoloniale Praxis, die in der ukrainischen Geschichte bis heute aktuell bleibt. In diesen Arbeiten zeigt die Künstlerin Verbindungen zwischen dem Körper und der einheimischen Landschaft der Steppe in Kasachstan, um die Ähnlichkeit erkennbar zu machen und eine stärkere Verbindung mit dem Heimatland aufzubauen.